Ankunft in Buhoma: Ein Koffer auf dem Motorrad
Wer zum ersten Mal nach Buhoma kommt, versteht schnell: Hier funktioniert Mobilität anders. Keine Taxis, kein Bus — dafür BodaBoda-Fahrer, die alles transportieren. Menschen, Gemüsekisten, Gasflaschen, Koffer. Bei unserem Aufenthalt im Januar 2026 haben wir genau diese Szene am roten Staubweg festgehalten: zwei Männer, die einen blauen Reisekoffer auf einem Motorrad befestigen, dahinter die sattgrüne Berglandschaft Westuganadas.
Es wirkt wie eine Kleinigkeit. Aber für viele Dörfer ist das BodaBoda die einzige Verbindung zur Außenwelt — zu Märkten, Schulen, Krankenhäusern. Pragmatisch, kreativ, unverzichtbar.
Das Waisenhaus von Nicholus und Media: Ein Zuhause trotz allem
Wer das Waisenhaus in Buhoma betritt, das von Nicholus und Media geführt wird, erwartet vielleicht Stille oder Schwere. Stattdessen: Lachen, Bewegung, Energie. Die Kinder hier sind neugierig, mutig, lebensfroh — und das darf man sagen, ohne das harte Leben dahinter zu vergessen.
Im Innenhof steht ein großer Regenwassertank. Er ist nicht Dekoration, sondern Lebensader. Fließendes Wasser gibt es im Waisenhaus nicht. Wenn der Tank leer ist oder die Regenzeit ausbleibt, gibt es morgens um 10 Uhr einen Becher Regenwasser — und nachmittags um 16 Uhr noch einen. Das ist alles.
Für uns, die wir zu Hause jederzeit den Wasserhahn aufdrehen können, ist das schwer zu begreifen. Für die Kinder hier ist es Alltag. Und trotzdem — oder vielleicht gerade deshalb — gehen sie schonend und bewusst mit dieser Ressource um. Eine Lektion, die wir mitnehmen.
Netball, Tanz und ein Kleiderhaufen auf dem Gras
Während unseres neuntägigen Aufenthalts im Januar 2026 haben wir viele Momente erlebt, die sich eingebrannt haben. Den Netball-Tag zum Beispiel: Kinder mit Bibs, auf denen "WA", "GD" und "GK" steht. Kein Schaukampf, sondern echtes Spiel. Wir standen mittendrin — nicht als Beobachter, sondern als Teil der Gruppe.
Oder die Kleiderspende: Wir packten Kleidung aus einer grünen Tasche, breiteten sie auf dem Gras aus. Die Kinder beobachteten ruhig, neugierig, ohne Aufregung. Was passierte, war einfach: Jemand kam. Jemand brachte etwas. Und das bedeutete etwas.
Gemeinschaft, die trägt
Zwei Bilder aus dem Waisenhaus sind uns besonders geblieben. Eines zeigt Kinder, die im Kreis stehen — zwei von ihnen tragen rote T-Shirts mit der Aufschrift "Advocacy for Children". Kein Chaos, kein Lärm. Ein stiller Moment des Zusammenseins, die Berge und der Wald von Buhoma im Rücken.
Das andere zeigt Kinder, die tanzen. Auf einem staubigen Platz, vor einem selbstgebauten Holztor, ein Jugendlicher im Boston-Celtics-Trikot. Selbstvergessen, lebendig, echt. Das ist keine Inszenierung — das ist Kindheit, so wie Kinder sie sich überall auf der Welt erkämpfen.
Roger, 10 Jahre — und er geht nicht zur Schule
Auf einem unserer Spaziergänge durch das Dorf haben wir ihn entdeckt. Er saß auf einem Steinberg am Rand des roten Schotterwegs und klopfte. Ruhig, konzentriert, geübt. Die Hände eines Kindes — aber die Bewegungen eines Arbeiters.
Sein Name ist Roger. Er ist ungefähr 10 Jahre alt. Er zerklopft Steine, damit sie als Fundament für Hausbau dienen können. Ein blauer Eimer wartet auf die nächste Ladung. Im Hintergrund öffnet sich die weite, grüne Hügellandschaft von Buhoma — Bananenstauden, ferne Berge, stille Schönheit.
Roger geht nicht zur Schule. Die Familie ist zu arm. Das Geld, das er verdient, wird gebraucht. Was uns aufgefallen ist: Er schien das nicht als Last zu empfinden. Wenn wir ihn im Dorf sahen, kam er direkt angelaufen — aufgeschlossen, neugierig, offen. Ob das die Situation besser macht? Nein. Aber es sagt etwas darüber, wie Kinder mit Dingen umgehen, gegen die sie keine Wahl haben.
Kinderarbeit wie diese — auf dem Feld, am Steinberg, in der Gaststätte — ist in Uganda keine Ausnahme, sondern für viele Familien bittere Notwendigkeit. Es ist nicht ungewöhnlich. Und genau das ist das Problem.
Was wir daraus mitnehmen
Buhoma hält einem einen Spiegel vor. Die Kinder im Waisenhaus tanzen — und gleichzeitig reicht das Wasser für einen Becher morgens und einen nachmittags. Roger lacht, wenn er uns sieht — und klopft trotzdem Steine statt zur Schule zu gehen. Beides ist wahr. Beides gehört zusammen.
Das ist kein Aufruf zu Mitleid. Es ist ein Aufruf zu konkretem Handeln. Ein Kind braucht keine Zuschauer, die es bestaunen. Es braucht Schulgeld, Trinkwasser, eine Mahlzeit.
Genau dafür stehen unsere Programme: HopeFamily ermöglicht Schulbildung durch langfristige Patenschaften. HopeKitchen sorgt für warme Mahlzeiten — damit Kinder in die Schule gehen können, statt zu arbeiten.
Werden Sie Teil der Veränderung
Über HopeFamily ermöglichen Sie einem Kind in Buhoma den Schulbesuch — konkret, direkt, nachvollziehbar. Jede Patenschaft trägt dazu bei, dass weniger Kinder wie Roger arbeiten müssen.
Häufige Fragen
Wie ist die Wasserversorgung im Waisenhaus Buhoma?
Das Waisenhaus in Buhoma hat kein fließendes Wasser. Trinkwasser wird in einem Regenwassertank gesammelt. In knappen Zeiten erhalten die Kinder morgens um 10 Uhr und nachmittags um 16 Uhr je einen Becher Wasser. Sauberes Trinkwasser ist in vielen ländlichen Regionen Ugandas keine Selbstverständlichkeit.
Was ist Kinderarbeit in Uganda — und wie verbreitet ist sie?
Kinderarbeit ist in Uganda ein verbreitetes Problem, das vor allem arme ländliche Familien betrifft. Kinder arbeiten auf Feldern, in Gaststätten oder wie Roger beim Steinklopfen, weil das Familieneinkommen nicht ausreicht, um Schulgeld und Lebensunterhalt zu decken. Bildungsprogramme und direkte Unterstützung für Familien sind der wirksamste Weg dagegen.
Wie hilft Hope on the road Kindern in Buhoma konkret?
Über das HopeFamily-Programm ermöglichen wir Schulbildung durch langfristige Patenschaften. Die HopeKitchen sorgt für warme Mahlzeiten, damit Kinder in die Schule gehen können statt arbeiten zu müssen. Beide Programme sind direkt vor Ort in Buhoma aktiv.
Wer betreibt das Waisenhaus in Buhoma?
Das Waisenhaus in Buhoma wird von Nicholus und Media geführt — zwei Menschen, die sich vor Ort um die Kinder kümmern und für Unterkunft, Verpflegung und Betreuung sorgen. Hope on the road unterstützt dieses Projekt seit mehreren Besuchen, zuletzt im Januar 2026.
