Vorher
Elektriker. Vater. Fußballfan.
Guido ist in Hamburg-Harburg aufgewachsen. Mit 18 hat er eine Ausbildung zum Elektriker angefangen — "weil man damit immer Arbeit hat", sagt er. 22 Jahre lang hat er das gemacht. Baustellen, Industrieanlagen, manchmal auch Privatkunden. Er war gut darin.
In seiner Freizeit: HSV-Spiele, grillen mit Nachbarn, ab und zu angeln. Seine Tochter Lena ist 2003 geboren. Die Jahre mit ihr in der Wohnung in Harburg beschreibt er als die beste Zeit seines Lebens.
„Ich hatte eine Wohnung, einen Job, eine Tochter. Was will man mehr?"
Guido, 54
Was passiert ist
Ein Bandscheibenvorfall. Dann alles auf einmal.
2019 — Guido ist auf einer Baustelle in Stellingen gestürzt. Bandscheibenvorfall, Lendenwirbel. Drei Monate Krankschreibung, dann Reha. Zurück zur Arbeit war er nie wirklich fähig. Die Schmerzen blieben, der Job ging weg.
Was danach kam, passiert schneller als man denkt: Bürgergeld, Mietschulden, ein Vermieter der nicht warten wollte. 2021 verlor er die Wohnung. Lena war da 18, hatte gerade ihr Abitur gemacht. Sie konnte nicht helfen — und das hat sie, sagt Guido, bis heute nicht losgelassen.
2019
Arbeitsunfall auf Baustelle — Bandscheibenvorfall
2020
Kündigung nach langer Krankheit
2021
Wohnungsverlust nach Mietschulden
2022
Erste Nacht auf der Straße
2023
Kontakt zu Zwischenstopp Straße
2024
Übergangswohnung — ersten Schritt zurück
Guidos Geschichte im Video
Heute
Eine Übergangswohnung. Und wieder ein Rhythmus.
Seit Anfang 2024 hat Guido eine kleine Übergangswohnung in Hamburg-Mitte. Zwei Zimmer, ein Bett, eine Küche. Er nennt es "mein erstes Zimmer seit drei Jahren, in dem ich alleine schlafen kann, ohne Angst zu haben".
Den Kontakt zu Lena gibt es wieder — vorsichtig, mit Abstand. Sie hat ihm zu Weihnachten eine Nachricht geschickt. Er hat sie ausgedruckt und an die Wand gehängt.
„Ich will nicht Mitleid. Ich will, dass die Leute verstehen, wie schnell das geht."
Guido, 54 — Hamburg
Was Guido sich wünscht
Eine dauerhafte Wohnung
Die Übergangslösung läuft Ende 2025 aus
Leichte Arbeit
Schwere körperliche Arbeit geht nicht mehr — aber er will arbeiten
Den Kontakt zu Lena
Er baut ihn Schritt für Schritt wieder auf
Nicht vergessen werden
Das ist eigentlich das Wichtigste
So kannst du helfen
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Wenn dich seine Geschichte berührt, hilf mit — nicht aus Mitleid, sondern weil Menschen wie Guido nicht vergessen werden sollten.
