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Hamburg · Obdachlosenhilfe

Wo finden wohnungslose Menschen ein Zimmer oder eine Unterkunft?

Wo wohnungslose Menschen Notunterkünfte, Beratung und Hilfe bei der Wohnungssuche in Hamburg finden – konkrete Anlaufstellen.

Die kurze Antwort

Wohnungslose Menschen haben Anspruch auf eine Notunterkunft nach Ordnungsrecht in der Kommune, in der sie sich aktuell tatsächlich aufhalten – diese wird über das zuständige Amt für Wohnungslose bzw. das Sozialamt der Stadt vermittelt. In Hamburg helfen zusätzlich spezialisierte Anlaufstellen wie Diakonie-Einrichtungen und der Mitternachtsbus bei Beratung, nächtlicher Versorgung und der Suche nach einer eigenen Wohnung. Ein reguläres Zimmer oder eine dauerhafte Wohnung zu finden, ist meist ein längerer Prozess mit Unterstützung durch Sozialarbeit, Beratungsstellen und Behördenkontakte.

Warum ist das so?

Der Zugang zu einem festen Zimmer ist für wohnungslose Menschen deshalb schwierig, weil der Wohnungsmarkt kaum noch Puffer bietet: Der Bestand an Sozialwohnungen in Deutschland ist seit 1990 von rund vier Millionen auf unter eine Million gesunken, während Mieten in Großstädten wie Hamburg stark gestiegen sind. Wer ohnehin wenig Einkommen hat oder keinen Anspruch auf Leistungen, findet kaum noch bezahlbaren Wohnraum.

Deshalb führt der Weg selten direkt zu einem eigenen Zimmer, sondern zunächst über Notunterkünfte und Beratungsstellen, die bei Anträgen, Behördengängen und der langfristigen Wohnungssuche unterstützen. Die Hälfte der Menschen in Notunterkünften bleibt dort laut Wohnungslosenstatistik zwei Jahre und länger.

Notunterkunft als erster Schritt

Wohnungslose Menschen haben das Recht, von der Kommune, in der sie sich aktuell und tatsächlich aufhalten, mit einer Notunterkunft nach Ordnungsrecht versorgt zu werden. Zuständig ist das Amt für Wohnungslose oder das Sozialamt der jeweiligen Stadt. Ausführliche Informationen zu diesem Recht und zum Alltag in Notunterkünften bietet die Seite Notunterkunft Deutschland: Rechte & Alltag von Wohnungslosen.

Anlaufstellen in Hamburg

In Hamburg bietet die Diakonie über ihr Diakonie-Zentrum für Wohnungslose in Eimsbüttel tagsüber Beratung, Dusch- und Waschmöglichkeiten sowie ärztliche Sprechstunden an. Straßensozialarbeiter*innen suchen Menschen an ihren Aufenthaltsorten auf und vermitteln weiter – auch bei der Suche nach einer Wohnung. Nachts ist in der Hamburger Innenstadt der Mitternachtsbus unterwegs, 365 Nächte im Jahr – im Winter als Kältebus, im Sommer als Wärmebus – und bietet Schlafsäcke, Kleidung, warme Brühe und ein offenes Ohr. Die Diakonie baut zudem gezielt Wohnungen für Menschen, die bislang keine Chance auf eine eigene Wohnung hatten, etwa im Diakonie-Haus Münzviertel. Hope on the Road selbst ist jeden Mittwoch am Hauptbahnhof, Steindamm und Hansaplatz unterwegs, verteilt Essen und Zeit und kennt lokale Anlaufstellen, an die weitervermittelt wird – mehr dazu unter So helfen wir.

Rechte auf dem Weg zur Unterkunft

Grund- und Menschenrechte gelten für alle wohnungslosen Menschen gleichermaßen. Wer in Notunterbringung lebt, zählt zur offiziellen Wohnungslosenstatistik – mehr als ein Viertel dieser Menschen sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Wer keine Notunterkunft nutzt, sondern auf der Straße, bei Bekannten auf dem Sofa oder in prekären Verhältnissen lebt, taucht oft gar nicht in der Statistik auf.

Welche Rolle spielt Hope on the Road bei der Unterkunftssuche in Hamburg?

In Hamburg kooperiert Hope on the Road mit der Organisation Zwischenstopp Straße. Zwischenstopp Straße unterstützt obdachlose Menschen konkret bei der Wohnungssuche, bei Behördengängen und bei Arztterminen – also genau in den Schritten, die auf dem Weg zu einer eigenen Unterkunft oft die größten Hürden darstellen. Hope on the Road selbst vermittelt keine Wohnungen, schafft aber über eine wöchentliche Tour durch Hamburg den ersten Kontakt zu Betroffenen. Die Routen führen jeden Mittwoch über den Hauptbahnhof, den Steindamm und den Hansaplatz. Dabei geht es nicht um einmalige Besuche: Die Idee ist, über Zeit eine Vertrauensbeziehung aufzubauen, aus der heraus eine Weitervermittlung – etwa an Zwischenstopp Straße – erst möglich wird.

Wie läuft der erste Kontakt zu einer Vermittlungsstelle ab?

Der Kontakt entsteht nicht über ein Antragsformular, sondern über direkte Ansprache auf der Straße. Die HopeCrew ist jeden Mittwoch an den Stationen Hauptbahnhof, Steindamm und Hansaplatz unterwegs. Wiederkehrende Begegnungen schaffen die Vertrauensbasis, auf der eine Weitervermittlung an spezialisierte Stellen wie die Obdachlosenhilfe von Hope on the Road aufbaut. Wer schneller und strukturierter nach einer Notunterkunft in Deutschland sucht, findet dort einen bundesweiten Überblick zu kommunalen Anlaufstellen.

Was unterscheidet Notunterkunft, betreutes Wohnen und Übergangswohnung?

Eine Notunterkunft dient dem unmittelbaren Schutz, etwa vor Kälte, und ist meist zeitlich begrenzt nutzbar. Betreutes Wohnen und Übergangswohnungen setzen dagegen auf eine längerfristige Perspektive mit zusätzlicher sozialarbeiterischer Begleitung. Welche Form im Einzelfall infrage kommt, hängt von der persönlichen Situation und den regional verfügbaren Plätzen ab. Genauere Zugangsvoraussetzungen und Wartezeiten für die Vermittlung durch Zwischenstopp Straße liegen aktuell nicht in belastbarer Form vor und werden hier deshalb nicht beziffert.

Wie kann ich mich bei der Obdachlosenhilfe engagieren oder selbst Unterstützung finden?

Hope on the Road bietet regelmäßige Termine für freiwillige Helferinnen und Helfer an, die bei der Obdachlosenhilfe in Hamburg mitwirken möchten. Wer wissen möchte, wie man obdachlosen Menschen in der eigenen Stadt helfen kann, oder sich informieren will, was obdachlose Menschen konkret brauchen, findet dazu weiterführende Informationen auf den verlinkten Seiten.

Kurz erklärt

Zum Hintergrund

Der Bestand an Sozialwohnungen in Deutschland ist seit 1990 von rund vier Millionen auf unter eine Million gesunken.

Wie Hope on the road hilft

Hope on the road ist jeden Mittwoch auf Hamburgs Straßen unterwegs — mit warmem Essen, Kleidung und Zeit für ein Gespräch.

So helfen wir in Hamburg

Häufige Fragen

Muss ich gemeldet sein, um Anspruch auf eine Notunterkunft zu haben?

Nein. Der Anspruch auf Notunterkunft nach Ordnungsrecht gilt in der Kommune, in der sich eine Person aktuell und tatsächlich aufhält – unabhängig von einer Meldeadresse.

Wer unterstützt bei der Suche nach einer eigenen Wohnung?

Straßensozialarbeiter*innen und Beratungsstellen wie das Diakonie-Zentrum für Wohnungslose helfen bei Behördengängen, Anträgen und der langfristigen Wohnungssuche.

Vermittelt Hope on the Road direkt Wohnungen an obdachlose Menschen?

Nein. Hope on the Road stellt über die wöchentliche Straßentour in Hamburg den ersten Kontakt her und verweist bei Bedarf an die Partnerorganisation Zwischenstopp Straße, die bei der Wohnungssuche unterstützt.

Was macht Zwischenstopp Straße konkret?

Zwischenstopp Straße unterstützt obdachlose Menschen bei der Wohnungssuche, bei Behördengängen und bei Arztterminen.

Wo und wann ist Hope on the Road in Hamburg unterwegs?

Jeden Mittwoch, über die Routen Hauptbahnhof, Steindamm und Hansaplatz.

Kann ich als Freiwillige oder Freiwilliger bei der Obdachlosenhilfe mitmachen?

Ja, Hope on the Road bietet regelmäßige Termine für freiwillige Helferinnen und Helfer an, um bei der wöchentlichen Tour in Hamburg mitzuwirken.

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